Wärme, die aus dem Boden strömt und darüber hinaus auch noch energetisch nutzbar ist? Keineswegs eine Utopie, sondern eine Form der Energiegewinnung. Noch dazu ist die Wärme nachhaltig nutzbar. Bezeichnet wird die Wärme aus dem Inneren unseres Planeten mit den Begriffen Geothermie oder Erdwärme. Zu etwa zwei Drittel ist die Erdwärme auf den Zerfall von radioaktiven Elementen zurückzuführen, die sich vornehmlich im Mantel und Kern ereignen. Den Rest steuert die aufsteigende Restwärme bei, die noch aus der Entstehungszeit des Planeten stammt.
Obwohl das Erdinnere, mit seinem flüssigen Kern aus 6000 Grad Celsius heißen Elementen, nach wissenschaftlicher Lehrmeinung mehr als 2900 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt liegt, lässt sich die Geothermie auch noch in deutlich geringeren Tiefen für energetische Prozesse nutzen. So konzentriert sich, in der Tiefengeothermie, die Gewinnung von Wärmeenergie auf einen Bereich zwischen 400 und 5000 m. Im Kontext zu den bereits genannten Werten und einer durchschnittlichen Stärke der Erdkruste von gut 40 km, ist die Tiefe vergleichsweise gering. Dennoch reicht die Geothermie in diesen Zonen aus, um zu einer signifikanten Energiegewinnung beizutragen. Abhängig ist der Ertrag von zahlreichen geologischen Faktoren, beispielsweise von Magma- und Wasserströmungen. Generell kann aber mit einer Temperaturzunahme von zwei bis drei Grad Celsius pro einhundert Meter Tiefe gerechnet werden.
Mittels Tiefengeothermie und einem geeigneten technischen Verfahren, kann Strom über eine Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen werden. Maßgeblich dafür ist eine Mindesttemperatur von 90 Grad Celsius. Zu Kühlungs- und Heizzwecken wird hingegen eine Wärmepumpenheizung verbaut. Doch um überhaupt an die im Boden schlummernde Energie zu gelangen, sind mindestens zwei Tiefbohrungen notwendig. Danach stehen unterschiedliche Verfahrenswege zur Auswahl. Zum einen existiert die Option hydrothermale Reservoire in speziellen Gesteinsschichten anzubohren. Über eine Förderpumpe kann das Thermalwasser an die Oberfläche gefördert werden. Beim Hot-Dry-Rock-Verfahren hingegen werden trockene Gesteinsschichten genutzt. Es entsteht ein Kreislauf in dem kaltes Wasser in den Boden gepresst wird, sich erwärmt und anschließend wieder an die Oberfläche gepumpt wird.
Abschließend ist anzumerken, dass die bundeseigene KfW-Bank Investitionen in die Energiegewinnung durch Geothermie fördert. Demnach kann, aus staatlicher Sicht, auch die Erdwärme einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten.
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