Hamburg ist grün! Die höchste Anteil der Ökostromkunden im Jahr 2010 lebt in Hamburg

Obwohl die SPD die letzte Bürgerschaftswahl in Hamburg mit einer absoluten Mehrheit gewonnen hat ist die Stadt nicht rot, sondern grün. Denn 15,7 % aller Ökostrom beziehenden Haushalte leben in Hamburg. Das ist soviel wie in keinem anderen Bundesland. Die zeigte eine Statistik, die zusammen von der Agentur für Erneuerbare Energien, vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung; Energie & Management und vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg im Jahr 2010 herausgegeben wurde.

Hamburg im Vergleich

Hamburg ist grün! Die höchste Anteil der Ökostromkunden im Jahr 2010 lebt in Hamburg

Hamburg ist grün! Die höchste Anteil der Ökostromkunden im Jahr 2010 lebt in Hamburg

Obwohl der Stadtstaat Hamburg das viertkleinste Bundesland ist, so wohnt dort ein überragender Großteil aller Ökostromkunden. Das in etwa gleich viele Einwohner habende Mecklenburg-Vorpommern kann nur 5,3 % aller Ökostromkunden beherbergen. Die zahlreichen Windräder der Ostseeküste haben also zumindest auf die einzelnen Haushalte wenig Einfluss. Denn auch an der Nordseeküste Niedersachsens haben sich gerade mal 3,1 % aller Ökostromkunden niedergelassen.

Die Nord-Süd-Achse

Ist dies vielleicht ein Nord-Süd-Problem? Denn auch das nördlichste Bundesland Schleswig-Holstein reiht sich mit 3,9 % am unteren Ende der Statistik ein. Das alle drei Küstenländer so schlecht abschneiden scheint kein Zufall zu sein. Oft findet man neben dem populären Ost-West-Gefälle auch ein beachtliches Nord-Süd-Gefälle. Ist dann auch in der Ökostromskala das von Stars und VIPs bewohnte Hamburg ein einsames Nordlicht in der sonst grausamen Nord-Süd Statistik?
Auf den ersten Blick könnte man sagen: Nein. Denn das Land mit dem niedrigsten Anteil an Ökostromkunden ist das südlich gelegene Saarland. Doch das muss nicht viel heißen. Immerhin wohnen im Saarland nur eine Million Menschen. Dass sich also von 82 Millionen möglichen Ökostromkunden nur1,7 % der tatsächlichen Ökostromkunden ins Saarland verirrt haben ist also statistisch nicht unwahrscheinlich. Was dagegen verwundert ist die Tatsache, dass im noch kleineren Bremen (rund 600.000 Einwohner) dagegen 10,2 % aller Ökostromkunden wohnen. Damit ist der ebenfalls nördliche Stadtstaat auf Platz 3 der Liste. Es scheint also schwierig zu sein, eine pauschale Aussage über die nördliche und südliche Ökostrombereitschaft zu treffen.

Auf die Größe kommt es nicht an

Weiterhin ist auffällig, dass der Anteil der Ökostromkunden von Bundesland zu Bundesland stark schwankt. Während sich zwar die Prozentzahlen im Großen und Ganzen zwischen fünf und drei Prozentpunkten bewegen variiert die Größe der Bundesländer stark. Haben zum Beispiel Thüringen (4,3 %) und Nordrhein-Westfalen (4,2 %) fast die gleiche Anzahl an Ökostromkunden bei sich beherbergt. Jedoch ist NRW mit seinen fast 18 Millionen Einwohnern nicht nur das bevölkerungsreichste Bundesland, sondern es ist auch fast achtmal so groß wie das nur 2,2 Millionen fassende Thüringen.
Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Verteilung derjenigen Haushalte, die Ökostrom beziehen, in Zukunft entwickeln wird. Auch ist nicht auszuschließen, dass die Erhebungsmethode noch verfeinert wird. Denn einige unerwartete Schwankungen in der Statistik können durchaus darauf zugeführt werden, dass diese Art der Statistik noch vergleichsweise jung ist. Doch das immer noch steigende Interesse an grünen und regenerativen Energiequellen führt nicht nur zu einer steigenden Anzahl an Ökostromkunden, sondern auch an einer höheren Aufmerksamkeit an solchen Statistiken.

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