Brennwertheizung

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Die Bezeichnung Brennwertheizung ist prinzipiell irreführend, da damit impliziert wird, dass es sich dabei um einen eigenen Typus Heizung handelt, der sich in seiner Funktion von üblichen Heizsystemen, wie z.B. einer Öl– oder Gasheizung, eindeutig unterscheidet. Dem ist jedoch nicht so, da die Brennwerttechnologie lediglich auf einem existierendem Heizsystem basiert und dieses nur optimiert. Genutzt werden kann die Brennwerttechnologie bei jedem auf einem Brennstoff basierendem Heizsystem; so gibt es etwa eine Gasbrennwertheizung, eine Ölbrennwertheizung oder auch eine Pellet – Brennwertheizung.

Funktionsweise

Wie genau kann die Brennwerttechnologie also ein Heizsystem optimieren? Dies wird im wesentlichen dadurch bewerkstelligt, dass nicht nur der Heizwert eines Brennstoffes (der Energiegehalt eines Stoffes ohne Nutzung der Abgaswärme), sondern auch der Brennwert (Energiegehalt eines Stoffes inklusive Nutzung der Abgaswärme) nutzbar gemacht werden kann.

Vereinfacht gesagt wird die Wärme der Abgase, die bei der Verbrennung eines Stoffes produziert werden, zusätzlich zum Heizen genutzt, was zu einer Erhöhung des Wirkungsgrades des Heizsystems führt. Da beim Wirkungsgrad immer nur der Heizwert des Brennstoffes zu Grunde gelegt wird, kann es durch die Verwendung von Brennwerttechnologie rein rechnerisch dazu kommen, dass Heizsysteme einen Wirkungsgrad von über 100 Prozent erreichen können. So soll etwa ein Gasbrennwertkessel im Optimalfall einen Wirkungsgrad von beachtlichen 111 Prozent erreichen können, eine Ölbrennwertheizung oder eine Pellet – Brennwertheizung immerhin noch etwas mehr als 100 Prozent.

Kombinationsmöglichkeit mit Solarthermie

Brennwertkessel sind hervorragend mit Solarthermie kombinierbar. Während im Sommer sowohl die Warmwasseraufbereitung als auch die quasi nicht benötigte Gebäudeheizung (je nach Größe der Anlage) fast ausschließlich durch Solarenergie betrieben werden kann, heizt in den kälteren Monaten der Brennwertkessel automatisch nach und sorgt dafür, dass zu jeder Jahreszeit warmes Wasser verfügbar ist und eine angenehme Temperatur im Gebäude herrscht. Da diese Heizmethode besonders umweltfreundlich und kostengünstig ist, unterliegt sie auch der staatlichen Förderung, so dass man auch bei entsprechendem Interesse aber mangelnder Finanzkraft sein eigenes Projekt leichter finanzieren kann.

Vor- und Nachteile

Der wesentliche Pluspunkt eines Heizsystems mit Brennwerttechnologie ist, dass durch eine Erhöhung des Wirkungsgrades die Betriebskosten einer Heizung minimiert werden können. So kann etwa davon ausgegangen werden, dass gegenüber einem herkömmlichen Modell circa 20 – 30 Prozent der Betriebskosten eingespart werden. Vor allem in einem Mehrfamilienhaus, aber auch in einem großen Einfamilienhaus, kann dies auf das Jahr gesehen eine wesentlich geringere finanzielle Belastung bedeuten.

Damit einher geht logischerweise auch ein geringerer Verbrauch an Brennstoffen, so dass die natürlichen Ressourcen bewusst und sparsam genutzt werden und keiner Ausbeutung unterliegen. Zwar sind die Investitionskosten einer Brennwertheizung zunächst etwas höher, aber auf Grund der hohen Einsparungen im Betrieb tritt Amortisation bereits nach wenigen Jahren ein. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind moderne Gas- und Ölheizungen fast ausschließlich mit Brennwerttechnologie ausgestattet.

Ferner sind Heizungen mit Brennwerttechnologie durch die Nutzung der Abgaswärme umweltfreundlicher als herkömmliche Modelle und können den CO2 – Ausstoß einer Heizung um einiges verringern. Dafür muss man allerdings in Kauf nehmen, dass ein säurehaltiges Konzentrat freigesetzt wird, das zumindest bei allen Brennwertkesseln mit einer Leistung von mehr als 200 kW und bei allen Ölbrennwertkesseln kraft Gesetz neutralisiert werden muss. Um dies zu erreichen ist eine Neutralisationsanlage notwendig, die noch einmal zusätzliche Kosten verursacht.

Außerdem sollte vor der Anschaffung einer Brennwertheizung überprüft werden, ob der Schornstein für diese Technologie geeignet ist. Dies ist der Fall, wenn dieser im Inneren eine spezielle säurebeständige Schutzschicht aufweist. Allerdings sollte man sich nicht entmutigen lassen wenn dieses Kriterium zunächst nicht erfüllt ist, da eine Umrüstung im Regelfall möglich sein sollte. In diesem Fall ist sicherlich eine Konsultation des Schornsteinfegers empfehlenswert, der Sie über die vorzunehmenden Maßnahmen aufklären kann.

Hier noch einmal die Vor- und Nachteile einer Brennwertheizung im Überblick:

+ etwas höhere Investitionskosten, aber viel geringere Betriebskosten

+ hoher Wirkungsgrad, sparsamer Umgang mit den Ressourcen

+ umweltfreundlicher als dieselbe Heizung ohne Brennwerttechnologie

+ kombinierbar mit Solarthermie

+ ausgereifte Technik

 setzt säurehaltiges Kondensat frei, ggf. Neutralisationsanlage notwendig

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