Solarheizung

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Der Begriff der Solarheizung ist an sich etwas unglücklich, da die meisten Menschen damit häufig eine Photovoltaikanlage verbinden. Diese wird jedoch zur Erzeugung von Strom genutzt und kann schon in der Theorie nur dann als mittelbare Heizung dienen, wenn im Haus eine Elektroheizung verwendet werden sollte, was nebenbei bemerkt höchstens im Falle einer Infrarotheizung empfehlenswert wäre. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass es nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft und Technik noch einige Jahren dauern könnte bis eine Photovoltaikanlage überhaupt zum autarken Betrieb einer Elektroheizung genutzt werden könnte, da der erzeugte Strom nicht über längere Zeit gespeichert werden kann und im Moment der Heizbedarf nicht mal annähernd gedeckt werden könnte.

Konzept & Probleme der Solarthermie

Von daher geht es begrifflich bei einer Solarheizung zumeist um Solarthermie. Der Unterschied zur Photovoltaikanlage liegt darin, dass bei Solarthermie kein Strom, sondern lediglich Wärme aus der Sonnenenergie gewonnen wird, obwohl gleichermaßen Kollektoren auf dem Dach angebracht sind, um die Energie einzufangen und zu Nutze zu machen. Diese wird dann in einem Pufferspeicher zwischengespeichert und kann bei Bedarf wieder abgerufen werden. Hauptsächliches Anwendungsgebiet  einer solchen Anlage ist zur Zeit noch die Warmwasseraufbereitung, darüber hinaus kann allerdings auch die primäre Heizung durch Solarthermie unterstützt werden.

©iStockphoto

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Nichtsdestotrotz hat auch die Solarthermie mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie eine Photovoltaikanlage. So kann Wärme zwar grundsätzlich besser und effektiver zwischengespeichert werden als Strom, aber auch hier gibt es Energieverluste und eine Speicherung über einen langen Zeitraum ist ohne unverhältnismäßigen Aufwand nicht möglich. Dies ist zugleich auch Ansatzpunkt des zweiten Problems: ebenso wie eine Photovoltaikanlage gewinnt man mit Solarthermie am meisten Energie in den warmen Sommermonaten, so dass im Winter viel weniger Wärme zur Verfügung steht. Man kann in etwa davon ausgehen, dass in den kältesten Monaten nur noch gut 20 bis 30 Prozent der Warmwasseraufbereitung von der Solarthermieanlage übernommen werden können. Soll gleichzeitig noch die primäre Heizung unterstützt werden, liegt der Deckungsgrad noch einmal niedriger, so dass speziell im Winter ein weiteres Heizsystem in jedem Fall von Nöten ist.

Eine technische Lösung für dieses Problem wäre freilich, dass man die Solarthermieanlage so groß dimensioniert, dass auch im Winter der komplette Heizbedarf gedeckt werden kann. Dies wäre allerdings – sofern dafür überhaupt die nötige Fläche zur Verfügung steht – höchst unwirtschaftlich, da zum einen im Sommer viel mehr Wärmeenergie erzeugt werden würde als benötigt und zum anderen die zusätzliche benötigte Fläche die Investitionskosten noch einmal in die Höhe schießen lassen würde.

Kosten & Größe

Die Kosten für eine Solarthermieanlage setzen sich im Wesentlichen aus dem benötigten Wärmespeicher, den Solarkollektoren und der Montage zusammen. Wie viel Kollektorfläche letztlich benötigt wird, hängt hauptsächlich von der Größe der Wohnung, dem Heizbedarf und der Anzahl der Personen im Haushalt ab, aber auch andere Faktoren wie z.B. die Wärmedämmung des Hauses spielen eine Rolle.

Die Frage, die man sich zuerst stellen muss, ist, ob man Solarthermie nur zur Warmwasseraufbereitung oder auch zur Unterstützung der Heizung nutzen will. Entscheidet man sich für ersteres, sind etwa 1-2 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person erforderlich und der dazugehörige Speicher sollte etwa 100 Liter pro Person fassen. Das führt bei dieser Variante inklusive Montage zu Investitionskosten von etwa 4000 – 6000 Euro.

Will man jedoch auch die primäre Heizung sinnvoll unterstützen, wird für jede Person im Haushalt eine Kollektorfläche von 2-3 Quadratmetern und ein Speicher von 200 – 300 Litern benötigt, so dass z.B. in einem Dreipersonenhaushalt mit 100 Quadratmetern Wohnfläche für die Warmwasseraufbereitung allein etwa 5 Quadratmeter Kollektorfläche und ein Speicher von 300 Litern empfehlenswert sind und für die Heizungsunterstützung nochmal gut 8 Quadratmeter Kollektorfläche und eine Speicherkapazität von 500 Litern addiert werden sollten. Damit sollte man inklusive Montage bei Kosten von 7000 – 11 000 Euro landen. Allerdings ist für eine genaue Kostenanalyse die Beratung mit Experten und Sichtung des Marktes unerlässlich, da es eben immer von den Umständen des Einzelfalls abhängt, wie viel investiert werden muss.

Wirtschaftlichkeit

Eine Solarthermieanlage kann zwar nicht als alleinige Heizung dienen, aber dennoch sehr hilfreich sein und einiges an Heizkosten einsparen. Man kann davon ausgehen, dass rund 60 Prozent der Warmwassererwärmung durch Solarthermie erledigt werden kann und auch die Unterstützung der primären Heizung sollte nicht vernachlässigt werden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Öl und Gas endliche Ressourcen sind und im Preis tendenziell weiter ansteigen werden, ist eine Investition in Solarthermie sehr sinnvoll und rechnet sich nach etwa 10 bis 15 Jahren. Im Übrigen kann Solarthermie aber auch mit alternativen Heizsystemen wie etwa einer Pelletheizung oder einer Wärmepumpe kombiniert werden, so dass der Anwendungsbereich keiner Beschränkung unterliegt.

Förderung

Solarthermie wird sowohl vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), als auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Grundsätzlich darf dabei nur eine der beiden Förderungen in Anspruch genommen werden, eine Ausnahme gilt nur, wenn das komplette Haus zu einem Effizienzhaus saniert und dabei auch Solarthermie eingebaut wird, da man in diesem Fall neben der BAFA – Förderung für Solarthermie auch auf die KfW – Förderung für Komplettsanierung zurückgreifen kann.

Wie auch immer, da im Normalfall nur eine Förderung gewährt wird, entscheiden sich viele für die Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, da dort die Bezüge höher sind. Wissenswert ist zudem noch, dass man den Antrag für eine BAFA – Förderung erst nach Inbetriebnahme der Anlage stellen kann, die Kreditanstalt für Wiederaufbau dahingegen die Einschaltung eines Energieberaters und eine Antragsstellung und –genehmigung vor Beginn der Umbaumaßnahme verlangt.

Für alles weitere sollte man sich entweder mit einem Berater zusammensetzen oder die Internetseiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau besuchen, da man nur auf diese Weise einen genauen Überblick über die Einzelheiten der Förderung erlangen kann.

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