Hybridauto

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Hybridauto

Hybridfahrzeuge, deren Bezeichnung aus dem Griechischen abgeleitet ist und etwa „von zweierlei Herkunft“ bedeutet, verfügen über zwei Antriebssysteme. In ihnen sind konventionelle Verbrennungsmotoren, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden, mit einem Elektroantrieb kombiniert.

Bekannte Technik

Die Erfindung der ersten Hybridfahrzeuge erfolgt nahezu parallel zu der der mit reiner Brennkraft betriebenen Fahrzeuge. Bereits vor rund 100 Jahren stellte Ferdinand Porsche einen Wagen vor, der mit einem Benzinmotor und einem Elektromotor versehen war. Schon damals war der limitierende Faktor auf Seiten des Elektroantriebes der Speicher, dessen Größe den Einsatz des Fahrzeuges einschränkte. Einige Hybridbusse wurden mit dem Antrieb von Porsche ausgestattet, aber dann verschwand die Erfindung in der Versenkung und bekanntermaßen setzte sich der Verbrennungsmotor durch. Versuche, die Effektivität von Kraftfahrzeugen durch die Kombination unterschiedlicher Antriebstechniken zu optimieren, gab es noch mehrere.

So wurden etwa 1969 mit dem Stir-Lec I von General Motors oder 1973 mit dem EX 005 von Mazda weitere Entwicklungen von Hybridfahrzeugen vorgestellt. In Deutschland konstruierte Audi 1986 mit dem Audi Duo ein Hybridauto auf Basis des Audi 100, das immer wieder verbessert und bis 1998 produziert wurde. Auch der Volkswagen-Konzern baute zwischen 1990 und 1998 die Studie eines Hybridfahrzeugs, den Golf Hybrid. Gemeinsames Problem dieser Fahrzeuge, die allesamt den Charakter von Prototypen und Studien hatten, war schon wie im Urmodell von Ferdinand Porsche, der Speicher für die elektrische Energie. Hinzu kam, dass die traditionellen Autohersteller in Europa den Trend zum energieeffizienten Kraftfahrzeug nur halbherzig verfolgten. So war es denn auch der japanische Produzent Toyota, der 1997 mit dem Prius das erste erfolgreiche Serienauto mit Hybridantrieb auf den Markt brachte.

„Nichts ist unmöglich“

Der Erfolg des japanischen Hybridautos war für die deutschen Hersteller überraschend. Toyota ist bis heute Marktführer in diesem Segment und hat allein im Jahre 2010 fast 7000 Hybridautos in Deutschland abgesetzt. Der Marktanteil lag damit bei beherrschenden 65 Prozent. Im Januar 2011 stammten sogar 87 Prozent der in Deutschland verkauften Hybridfahrzeuge aus japanischer Produktion. Experten gehen davon aus, dass diese weltweite Vormachtstellung von Toyota mindestens bis ins Jahr 2014 bestehen wird.

Immer noch Benzin

Die Frage, die sich bei der zu erwartenden Steigerung der Anzahl der Hybridfahrzeuge stellt, ist ihre Tauglichkeit zur Ablösung der Fahrzeuge, die den zur Neige gehenden Rohstoff Öl nutzen. Diese Frage ist einfach zu beantworten, denn die Hybridfahrzeuge stellen schon vom Konstruktionsprinzip keinen Ersatz für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dar. Ihr Antrieb „von zweierlei Herkunft“ besteht eben noch zu einem nicht unwesentlichen Teil aus einem Verbrennungsmotor. Abstrahiert betrachtet ist ein Hybridfahrzeug damit nicht viel mehr als ein Fahrzeug mit einer Technik, mit deren Hilfe dem Verbrennungsmotor sehr günstige Verbrauchswerte verschafft werden. Damit können Hybridfahrzeuge nur eine Übergangsphase in der Fahrzeugtechnik darstellen, die letztlich zu Antrieben führen muss, die ohne Ölprodukte auskommen. Für die nahe Zukunft ist davon auszugehen, dass sich der Anteil der Hybridfahrzeuge im Straßenbild massiv erhöhen wird, weil die Nachfrage nach verbrauchsoptimierten Autos wegen der Ölpreisentwicklung steigen wird. Langfristig betrachtet bietet das Hybridauto aber keine Lösung für die Post-Öl-Ära.

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