Regenwassernutzung

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Der tägliche Verbrauch an Frischwasser pro Person liegt bei rund 130 Litern. Allein für die Toilettenspülung, die Waschmaschine und die Bewässerung des Gartens wird die Hälfte des Trinkwassers verbraucht. Dieses kostbare Frischwasser kann problemlos durch Regenwasser ersetzt werden.

Als Regenwasser wird das Niederschlags- bzw. Meteorwasser bezeichnet, das aufgefangen wird. Das Niederschlagswasser versickert im Boden. Nicht versickerndes Wasser fließt aus Vertiefungen in überirdische Gewässer ab. Ein Teil des Regenwassers, das nicht versickert, verdunstet. Für die Regenwassernutzung kann das Niederschlagswasser von Dach-, Terrassen- du Balkonflächen aufgefangen werden. Regenwasser wird in erster Linie genutzt, um Trinkwasser zu sparen.

Möglichkeiten zur Regenwassernutzung

Regenwassernutzung

Regenwassernutzung

Zur Nutzung des Regenwassers stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die einfachste Nutzungsmöglichkeit ist eine Regenwassertonne, die zum auffangen des Niederschlagswassers genutzt wird. Um die Regenwasserverwertung noch effektiver zu gestalten, gibt es Regenwasseraufbereitungsanlagen. Für die Nutzung wird das Niederschlagswasser von Sammelflächen in unter- oder überirdische Regenspeicher abgeführt. Bevor das Regenwasser in die Zisterne fließt, wird es durch einen Filter von Verunreinigungen gesäubert. Das Niederschlagswasser sollte möglichst kühl und dunkel, vorzugsweise unterirdisch gespeichert werden. So kann das Regenwasser problemlos über mehrere Monate gespeichert werden.

Da das Wasser ruhig in die Zisterne zufließt, sinken die verbleibenden Schmutzpartikel auf den Boden und werden nicht wieder aufgewirbelt. Leichte Partikel wie Blütenstaub, die an der Wasseroberfläche schwimmen, werden über eines Überlaufsiphons mit Skimmereffekt abgeleitet. Mittels einer Pumpe wird das Regenwasser in ein eigenes Leitungssystem befördert und kann dann im Haus und Garten genutzt werden. Ist der Vorrat in der Zisterne erschöpft, erfolgt die Umstellung auf das Frischwassernetz automatisch. Wichtig ist, dass das Regen- und Trinkwasser in separaten Rohrleitungssystemen befördert wird.

Das gefilterte Niederschlagswasser kann problemlos für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Gartenbewässerung genutzt werden. Durch die Filterung ist es weitestgehend von Keimen frei. Es müssen keine Zusätze wie Chlor oder andere Chemikalien verwendet werden.

Sparpotential – lohnt sich eine Regenwasseraufbereitungsanlage?

Der Betrieb einer Regenwasseraufbereitungsanlage kann ein Einsparpotential von bis zu 50% des Trinkwassers einbringen. Ein Vier-Personen-Haushalt kann durch einer Aufbereitungsanlage bis zu 70.000 Liter Trinkwasser pro Jahr einsparen. Die Regenwassernutzung erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Viele Kommunen fördern die Anschaffung von Regenwasseraufbereitungsanlagen. Bei der Anschaffung einer solchen Aufbereitungsanlage wird in vielen Gemeinden auf die Erhebung von Abwassergebühren vollständig verzichtet, wenn nachgewiesen wird, dass das Regenwasser ausschließlich zur Gartenbewässerung genutzt wird. Aber auch wenn das aufbereitete Wasser für die Toilettenspülung und die Waschmaschine genutzt wird eine Herabsetzung der Gebühren gewährleistet. Durch die Nutzung von Regenwasser reduzieren sich die Wassergebühren für Frischwasser ebenfalls erheblich. Da Niederschlagswasser sehr weiches Wasser ist, werden die Leitungssysteme geschont und ihrer Lebensdauer verlängert.

Kosten und Genehmigung

Die Anschaffungskosten einer Regenwassernutzungsanlage sind bei einem Neubau geringer, als bei einer Nachrüstung. Dennoch ist das nachrüsten problemlos möglich. Für die Anschaffung einer Aufbereitungsanlage für einen Vier-Personen-Haushalt müssen Sie mit Kosten um €4.000 kalkulieren. Bei einer Einsparung von rund 50% an Frischwasser beläuft sich die jährliche Einsparung auf ca. €220. Bei der regelmäßigen Bewässerung des Gartens mit Regenwasser ist die Einsparung pro Jahr wesentlich höher. Für Einfamilienhaushalte rentiert sich eine Aufbereitungsanlage in der Regel nicht. Bei Mehrfamilienhaushalten und bei regelmäßiger Gartenbewässerung ist die Anschaffung einer Regenwasseraufbereitungsanlage zu überdenken. Vor dem Kauf einer solchen Anlage sollten Sie ihre persönlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten den Anschaffungs- und Wartungskosten gegenüberstellen. Sie sollten sich auf jeden Fall persönlich von einem Fachmann beraten lassen.

Einfache Regentonnen mit einem Fassungsvermögen von 500 Litern bekommen Sie für rund €450. Diese sind für die Bewässerung von kleineren Gartenflächen vollkommen ausreichend.

Wenn Sie sich für die Anschaffung einer Aufbereitungsanlage entscheiden, brauchen Sie diese nicht vorher genehmigen lassen. Sie müssen aber vor dem Betrieb Ihren örtlichen Wasserversorgungsunternehmen und dem zuständigen Gesundheitsamt den Betrieb der Regenwasseraufbereitungsanlage mitteilen. Beim Bauamt oder Ihrem örtlichen Wasserversorger können Sie erfragen, ob es finanzielle Zuschüsse für die Anlage gibt.

Regenwasser nutzen – der Umwelt zu liebe

Die Nutzung von Regenwasser schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern kommt auch der Umwelt zu gute. Durch die Nutzung des weichen Regenwassers sind beim Wäsche waschen keine zusätzlichen Enthärter nötig und es kann weniger Waschmittel verwendet werden. Das daraus entstehende Grauwasser kann in den Kläranlagen einfacher gereinigt werden. Bei starken Regenfällen entlasten die Aufbereitungsanlagen die Kanalisation und Kläranlagen.

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