Solarauto

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Die Grenzen des Wachstums?

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Die Warnungen, mit denen der Club of Rome in den 1970er Jahren eine ganze Generation beeinflusste und die die weltweite Bewegung zum Schutz der Umwelt beflügelten, sind nicht in Gänze eingetroffen. Allerdings waren die aufgezeigten Tendenzen richtig und jeder, der seine Heizkostenrechnung bezahlen muss oder der an der Tankstelle sein Fahrzeug mit raffiniertem Erdöl versorgt, erkennt, dass Energie von Jahr zu Jahr teurer wird. Wie bei den meisten Waren steht auch bei der Energie der Preis in einer direkten Korrelation zur Verfügbarkeit. Energie wird immer knapper und damit immer wertvoller und teurer. Die Energie für das Kraftfahrzeug wird aus dem fossilen Energieträger Erdöl gewonnen und der geht, später als vom Club of Rome prognostiziert, aber inzwischen für jeden erkennbar, langsam zur Neige.

Neue Energie im Straßenverkehr

Es gib eine ganze Reihe von Ansätzen, mit denen der Versuch unternommen wird, Öl als Energierohstoff für Kraftfahrzeuge zu ersetzen. Der aktuell erfolgreichste Ansatz sind die Hybridfahrzeuge, die aber immer noch in Abhängigkeit vom Fahrbetrieb eine gewisse Menge Öl benötigen. Neben Elektroautos, Fahrzeugen mit Brennstoffzellen und Wagen, die mit Biogas betrieben werden, rücken Solarautos im stärker in den Fokus des allgemeinen Interesses.

Solarautos – ein alter Hut?

Solarautos sind keineswegs eine neue Erfindung, sondern es gibt sie schon recht lange. Nicht als Serienfahrzeuge für den Massenmarkt, sondern als Prototypen für bestimmte Zwecke. So werden immer wieder Solarfotos von Privatpersonen, Universitätsinstituten und Betrieben der Fahrzeugindustrie gebaut, um zu demonstrieren, dass solche Fahrzeuge funktionieren und in Grenzen sogar über eine gewisse Alltagstauglichkeit verfügen. Bei den bekanntesten Solarautos handelt es sich kurioserweise um Rennwagen, die sich Jahr für Jahr im sonnigen Australien ein Rennen liefern. Die Wahl des Austragungsortes dieser „Solar World Challange“ ist nicht zufällig, sondern er zeigt bereits den größten Nachteil von Solarautos auf. Denn ein Solarauto ist ohne Sonne so fahrbereit wie ein konventioneller Wagen ohne Sprit.

Technik noch problematisch

Ein Solarauto gewinnt seine Energie aus Solarzellen. Hierzu werden Halbleiterelemente, die Solarmodule, installiert, die aus der Lichtenergie der Sonne Strom erzeugen. Diese Technik ist heute auf vielen Hausdächern zu sehen und wird in mobilen elektrischen Geräten wie etwa Gartenlampen immer häufiger eingesetzt. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Solarmodule immer noch mit Nachteilen behaftet sind. Der Wirkungsgrad von Solarmodulen ist schlecht. Die Halbleitermodule wandeln nur einen geringen Teil der Lichtenergie in Strahlung um, sodass die damit angetriebenen Fahrzeuge nur über eine geringe Leistung verfügen. Diese geringe Leistung steht nur zur Verfügung, wenn die Sonne scheint. Da dies in vielen Gegenden der Erde selbst am Tag nicht immer der Fall ist, müssen Solarautos mit Energiespeichern ausgerüstet werden, was aber problematisch ist. Die Batterien zur Speicherung der Energie sind schwere Bauteile, die gesamte Fahrzeugtechnik von Solarautos ist aber auf Energieeffizienz optimiert, wozu auch die Verwendung ultraleichter Baumaterialien gehört. Die schweren Batterien heben die Vorzüge der leichten Karosserien wieder auf.

Keine Solarautos?

Unter den heutigen technischen Voraussetzungen sind Fahrzeuge mit Solarantrieb in unseren Breiten als Produkte für den Transport vieler Mensch nicht geeignet. Das kann sich ändern, wenn der Wirkungsgrad der Solarmodule erhöht wird. Bis dahin scheint es sinnvoller, Solarenergie in Fahrzeugen indirekt, etwa in Form von Strom, einzusetzen. Wenn die Stromgewinnung in großen Solarfarmen stattfindet, dann könnten solche strombetrieben Fahrzeuge autarke Solarautos mit eigenen Solarmodulen ersetzen.

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