Wasserstoffauto

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Wasserstoffauto

Die Endlichkeit des Öls, die inzwischen nicht mehr zu übersehen ist, hat zu unterschiedlichen Entwicklungen bei den Fahrzeugantrieben geführt. Eine Entwicklung, der ein großes Potenzial zugemessen wird, ist der Antrieb mithilfe von Wasserstoff. Wobei bereits diese Bezeichnung etwas irreführend ist. Wer sich an seinen Chemieunterricht erinnert, der kennt Wasserstoff noch aus dem beeindruckenden Knallgasversuch. Von daher ist die Energie, die im Wasserstoff steckt, bekannt und so gibt es das Missverständnis, dass Wasserstoff ähnlich wie Autogas direkt für den Antrieb der Automobile herangezogen wird. Das ist nicht der Fall, denn hierfür wäre das Gas tatsächlich zu explosiv. Stattdessen nutzt das Wasserstoffauto die Energie von Wasserstoff über einen Umweg, nämlich über die Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle ist, stark vereinfacht, eine Art mobiles Kraftwerk. Durch einen chemischen Prozess wird in der Brennstoffzelle elektrische Energie erzeugt, die für den Antrieb des Wasserstoffautos sorgt. Ein Wasserstoffauto ist also eine Art Elektroauto, das seine Energie nicht aus einer Batterie bezieht, sondern die Energie selbst erzeugt.

Teurer Elektroantrieb

Grundsätzlich handelt es sich hierbei um eine positive Eigenschaft des Wasserstoffautos, kranken doch die anderen Elektrofahrzeuge vor allem an den Energiespeichern, die groß, schwer und von sehr begrenzter Speicherkapazität sind. Allerdings hat die Brennstoffzelle, das Herz des Wasserstoffautos, einen gravierenden Nachteil. Es handelt sich hierbei nicht nur um ein hochtechnisches Produkt, sondern die Brennstoffzelle ist auch sehr kostenaufwändig. Die hohen Kosten einer Brennstoffzelle werden unter anderem auch durch die Rohstoffe, wie etwa Platin als Katalysator, bestimmt, sodass auch zukünftig Billig-Brennstoffzellen nicht zu erwarten sind. Dennoch, Wasserstoffautos werden schon in einigen Kommunen genutzt und namhafte Hersteller wie BMW und Mercedes haben Autos mit Brennstoffzellen im Programm. Der größte deutsche Automobilhersteller Volkswagen plant jedoch nicht, vor 2020 ein Wasserstoffauto herzustellen. Sicherlich kein gutes Omen für diese Fahrzeugtechnik. Deutschlandweit gibt es bereits 30 Wasserstofftankstellen, von denen allerdings nur neun für den privaten Verbraucher zugänglich sind. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es also nicht wirklich möglich, ein Wasserstoffauto im privaten Alltagsbetrieb zu nutzen.

Fahrzeuge ohne Öl

So stellt sich die Frage, ob das Wasserstoffauto eine Zukunft hat. Nach heutigem Kenntnisstand ist dies zu verneinen, denn zur Ablösung des Ölzeitalters muss eine Konzentration auf einige wenige Antriebstechniken, für die es auch eine flächendeckende Versorgung gibt, vorgenommen werden. Auf kurze Sicht haben die Hybridautos ein hohes Wachstumspotenzial, aber bei Hybridautos kann es sich nur um eine Übergangstechnologie handeln, solange sie einen Teil der Antriebsenergie aus Erdölprodukten beziehen. Mittelfristig ist den Elektrofahrzeugen das größte Potenzial beizumessen. Die heute noch vorhandenen Probleme der Energiespeicherung und der großen Batterien lassen sich teilweise durch technische Innovation, aber auch durch logistische Lösungen beseitigen. So ist es durchaus denkbar, dass Elektroautos im Rahmen übergreifender Carsharing-Projekte genutzt werden, sodass lange Ladezeiten und kurze Reichweiten durch einen Fahrzeugtausch ausgeglichen werden könnten.

In ferner Zukunft

Dennoch sollte die Technik des Wasserstoffautos nicht völlig in Vergessenheit geraten, denn ein Potenzial hat sie allemal. Spätestens, wenn in den Trockengürteln der Erde mit Solarenergieanlagen in großem Maßstab Strom erzeugt wird, stellt sich die Frage nach der Speicherung und dem Transport dieses Stromes. Hier könnte die Produktion von Wasserstoff und dessen relativ einfacher Transport eine Lösung darstellen. Hierbei handelt e sich aber um Zukunftsmusik, die erst gespielt werden kann, wenn sich die politischen und sozialen Bedingungen in den Ländern, die für eine solche Stromproduktion geeignet wären, grundlegend geändert haben.

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